Depression und Liebe

Anmerkung: Dieser Text stammt aus einer Zeit, in der “Depression” durch eine Beziehung in meinem Leben ein präsentes Thema war. Ich schaue aus der Position der Partnerin auf das, was da immer wieder in mir passiert.


Ich mag den Geruch, den Geschmack deines Körpers. Ich mag auch die Stelle an deinem Nacken, kurz vor dem Haaransatz. Ich mag es, deine Füße zu massieren. Ich mag deinen Atem, wenn du dich bewegst.

Ich mag das Leben in dir und das Lebendige an dir.


Es macht mich traurig, wenn ich sehe, dass es unter einer Schicht von Nebel oder Stille liegt. Es fällt mir dann schwer, es auch durch dieses Starre und Schwere noch zu sehen und zu spüren. Ich wünsche mir dann so sehr, dass meine Hände es wieder hervorkitzeln könnten, dass ich alles, was darüber liegt, einfach wegstreichen könnte, dass du unter meinen Fingern wieder weich und warm und flüssig werden könntest. Und es tut mir weh zu merken, dass ich nur deine Oberfläche berühre in solchen Augenblicken.


Es fühlt sich dann an wie der Schock eines kleinen Sterbens.


Loslassen, mich verabschieden müssen von dem, was ich so liebe und brauche: Dem Leben, das durch alles pulst.


Wenn ich dann versuche, dich zu retten, versuche ich eigentlich, mich zu retten: “Mann über Bord”, schreit es dann tief in mir, und ich beginne, wie wild zu rudern, sehe kaum noch meinen Kompass in der Gischt, die ich aufschäume. Es ist Angst und Panik.


Und du verschließt dich umso mehr, je mehr ich versuche, dich zu öffnen. “Dann bleibe ich lieber mit der Leblosigkeit, als allein zu sein”, resigniert schließlich etwas in mir. Aber meine Lebendigkeit steht da und lächelt, und wartet, dass ich sie sehe und mich ihr wieder in die Arme werfe.

Wieder und wieder und wieder. Und wieder.


Und die Liebe tief in mir lacht laut – manchmal kann ich sie hören. Sie lacht, tief in meinem Bauch, weil sie die Ewigkeit kennt, in der wir verbunden sind; die Ewigkeit, die alle Angst so friedlich macht. Ein Staubkorn im Weltall ist meine Angst – Teil von allem.


Wie weit muss ich mich machen, damit ich dieses Vertrauen spüren kann? So weit, dass ich kaum noch meine Grenzen fühle… und weiß, dass wir verbunden sind, auch im getrennt sein.


Über den Ozean, aber auch durch die Membrane unserer Haut und auch durch die Nebelschwaden unseres Geistes. Wir sind umhüllt von etwas Ganzem, in dem wir vereint sind und getragen, haltlos getragen.


Ich spüre dich da, auf der anderen Seite der Welt.

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